Universität für Bodenkultur Wien: „Durchflusszytometrie in der Wasserversorgung“

Universität für Bodenkultur Wien: „Durchflusszytometrie in der Wasserversorgung“

Grund- und Trinkwasser konnte bisher nur mit aufwendigen Methoden mikrobiologisch beurteilt werden. Mit dem Projekt wurde erstmals das Verfahren der Durchflusszytometrie für eine umfassende Zustandserfassung der österreichischen Wasserressourcen genutzt. Diese Methode erlaubt ein detailliertes mikrobiologisches Monitoring und hat ein großes Anwendungsgebiet in der gesamten Wasserversorgung.

Eingereicht wurde das Projekt „Durchflusszytometrie in der Wasserversorgung“ von Marija Zunabovic-Pichler von der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) .

Die mikrobiologische Beurteilung von Grund- und Trinkwasser war bisher auf aufwendig zu bestimmende Standardparameter beschränkt. Mit dem Projekt wurde erstmals das Verfahren der Durchflusszytometrie, das man vor allem aus der Medizin kennt, für eine umfassende Zustandserfassung der österreichischen Wasserressourcen eingesetzt. Der Anwendungsbereich ist groß und reicht von der Optimierung des Wasserwerksbetriebs bis zur ökologischen Bewertung und Überwachung von Grund- und Oberflächengewässern.

Im Zuge des Projekts wurden in den letzten Jahren 5.000 Proben von Grund- und Trinkwässern aus sieben Bundesländern analysiert, als auch die methodische Qualitätssicherung untersucht und optimiert. Dabei hat sich gezeigt, dass auf Basis von typischen Schwankungsbreiten der durchflusszytometrischen Ergebnisse ein sehr sensitives mikrobiologische Monitoring von Wasserressourcen möglich ist.

Die ebenfalls untersuchte methodische Kombination mit DNA-Sequenzierungsverfahren zur vollständigen Ermittlung der Artenzusammensetzung vertieft die Aussagekraft der Durchflusszytometrie und bietet eine umfassende mikrobielle Charakterisierung. Aufbauend auf den gewonnenen Erkenntnissen nimmt die Durchflusszytometrie die zentrale Rolle im aktuellen Folgeprojekt (gefördert von ÖVGW, BMNT, Ländern und Wasserversorgern) ein, das sich den Auswirkungen von Temperaturerhöhungen auf die Trinkwasserversorgung in Österreich widmet.

Die Jury des Neptun Wasserpreises 2019 ist von der wissenschaftlichen Relevanz und Innovation dieser Arbeit für den zukünftigen Einsatz der Durchflusszytometrie in der Wasserversorgung überzeugt. Die hohe Anzahl von mehr als 50.000 analysierten Proben zeugt von einer methodisch fundierten Forschungsarbeit. Die Kombination mit DNA-Sequenzierungsverfahren ermöglicht eine noch wesentlich detailliertere mikrobiologische Analyse. Auch die Online Anwendungsmöglichkeit und die Zeitersparnis im Vergleich zu kultivierenden Methoden werden von der Jury positiv hervorgehoben.

Bericht „Durchflusszytometrie in der Wasserversorgung“  (2018)